Bauwissen

Wissenswertes rund um Bauplanung, Bautechnik, Brandschutz und SiGeKo

Ein Bauprojekt besteht aus weit mehr als Entwurf und Ausführung. Bereits vor Baubeginn müssen zahlreiche technische, organisatorische und rechtliche Anforderungen berücksichtigt und unterschiedliche Beteiligte koordiniert werden.

Ob Neubau, Umbau oder Sanierung – eine sorgfältige Planung trägt dazu bei, Anforderungen frühzeitig zu erkennen, Abläufe zu koordinieren und spätere Probleme während der Bauphase zu vermeiden.

In unserem Bereich Bauwissen beantworten wir häufige Fragen rund um Bauplanung, Bautechnik, Brandschutz sowie Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordination (SiGeKo).

Was gehört zur Bauplanung?

Die Bauplanung umfasst verschiedene Schritte von den ersten Überlegungen bis zur Umsetzung eines Bauvorhabens.

Je nach Projekt können beispielsweise folgende Aufgaben dazugehören:

  • Ermittlung der Anforderungen und Grundlagen
  • Entwicklung eines Planungskonzeptes
  • Entwurfsplanung
  • Genehmigungsplanung
  • Ausführungsplanung
  • Abstimmung mit Fachplanern
  • Ausschreibung und Vergabe
  • Koordination der Bauausführung
  • Überwachung der Arbeiten
  • Dokumentation

Welche Planungsleistungen erforderlich sind, hängt von Art, Größe und Komplexität des jeweiligen Bauvorhabens ab.

→ Weitere Informationen zu Architektur und Bauplanung

Was sind die Leistungsphasen der HOAI?

Die HOAI – die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure – gliedert Planungsleistungen in verschiedene Leistungsphasen.

Bei der Objektplanung für Gebäude und Innenräume werden grundsätzlich neun Leistungsphasen unterschieden. Sie reichen von der Grundlagenermittlung über Entwurfs-, Genehmigungs- und Ausführungsplanung bis zur Vergabe, Objektüberwachung und Objektbetreuung.

Nicht jedes Projekt erfordert zwangsläufig alle Leistungsphasen. Welche Leistungen benötigt werden, richtet sich nach dem konkreten Bauvorhaben und der Aufgabenstellung.

Was ist bei einem Neubau zu beachten?

Bei einem Neubau müssen zahlreiche Anforderungen miteinander in Einklang gebracht werden.

Neben den Vorstellungen des Bauherrn spielen unter anderem Grundstück, Baurecht, Nutzung, Gestaltung, Konstruktion, Gebäudetechnik, Brandschutz, Energieeffizienz, Kosten und zeitliche Abläufe eine Rolle.

Je früher diese Bereiche gemeinsam betrachtet werden, desto besser können Abhängigkeiten bereits während der Planung berücksichtigt werden.

Was ist der Unterschied zwischen Umbau und Sanierung?

Bei einem Umbau wird ein bestehendes Gebäude verändert. Räume können beispielsweise anders aufgeteilt, Nutzungen geändert oder Gebäudeteile erweitert werden.

Bei einer Sanierung steht dagegen häufig die Verbesserung oder Wiederherstellung der vorhandenen Bausubstanz im Vordergrund. Dabei können beispielsweise technische, energetische oder bauliche Maßnahmen erforderlich sein.

In der Praxis überschneiden sich Umbau und Sanierung häufig. Ein bestehendes Gebäude kann gleichzeitig umgebaut, technisch modernisiert und energetisch verbessert werden.

Warum ist die Planung bei Bestandsgebäuden besonders wichtig?

Bei bestehenden Gebäuden sind die Voraussetzungen häufig komplexer als bei einem Neubau.

Vorhandene Konstruktionen, frühere Umbauten, technische Anlagen und die tatsächliche Bausubstanz müssen berücksichtigt werden. Nicht immer entsprechen vorhandene Pläne vollständig dem aktuellen Zustand eines Gebäudes.

Eine sorgfältige Bestandsaufnahme bildet deshalb eine wichtige Grundlage für weitere Planungsentscheidungen.

Bautechnik

Was versteht man unter Bautechnik?

Bautechnik beschäftigt sich mit den technischen Anforderungen an Gebäude und Bauwerke.

Dazu gehören unterschiedliche Fachbereiche und Fragestellungen, beispielsweise:

  • Konstruktion
  • Baustoffe
  • Bauphysik
  • Wärmeschutz
  • Feuchteschutz
  • Schallschutz
  • technische Gebäudeausrüstung
  • statische Anforderungen
  • energetische Anforderungen
  • technische Normen und Regelwerke

Bei einem Bauprojekt greifen diese Bereiche ineinander. Eine Veränderung an einer Stelle kann Auswirkungen auf andere Teile des Gebäudes haben.

→ Weitere Informationen zur Bautechnik

Warum müssen unterschiedliche Fachplanungen koordiniert werden?

An größeren oder technisch anspruchsvollen Bauprojekten sind häufig verschiedene Fachplaner und Unternehmen beteiligt.

Architektur- und Bauplanung, Tragwerksplanung, Gebäudetechnik, Elektroplanung und Brandschutz können beispielsweise voneinander abhängig sein.

Eine frühzeitige Abstimmung hilft dabei, Überschneidungen und mögliche Konflikte bereits während der Planung zu erkennen.

Brandschutz

Was gehört zum Brandschutz bei Gebäuden?

Brandschutz umfasst Maßnahmen, die der Entstehung und Ausbreitung von Feuer und Rauch entgegenwirken sowie die Rettung von Menschen und wirksame Löscharbeiten ermöglichen sollen.

Welche Anforderungen gelten, hängt unter anderem von Gebäudeart, Größe, Nutzung und den jeweiligen baurechtlichen Vorgaben ab.

Dabei können sowohl bauliche als auch technische und organisatorische Maßnahmen eine Rolle spielen.

→ Weitere Informationen zum Brandschutz

Was ist ein Brandschutzkonzept?

Ein Brandschutzkonzept beschreibt die für ein konkretes Gebäude bzw. Bauvorhaben erforderlichen Brandschutzmaßnahmen und deren Zusammenwirken.

Dabei können beispielsweise folgende Themen berücksichtigt werden:

  • Rettungswege
  • Brandabschnitte
  • Bauteile und deren Feuerwiderstand
  • Türen und Abschlüsse
  • technische Brandschutzeinrichtungen
  • Möglichkeiten für die Feuerwehr
  • besondere Anforderungen aufgrund der Gebäudenutzung

Der notwendige Umfang richtet sich nach dem jeweiligen Bauvorhaben.

Was ist ein Brandschutznachweis?

Mit einem Brandschutznachweis wird dargestellt, wie die für ein Bauvorhaben geltenden Anforderungen des Brandschutzes erfüllt werden.

Je nach Gebäude und Bauvorhaben können unterschiedliche Nachweise und Unterlagen erforderlich sein.

Brandschutz sollte möglichst frühzeitig in die Planung einbezogen werden, da entsprechende Anforderungen Auswirkungen auf Grundriss, Konstruktion und technische Ausstattung eines Gebäudes haben können.

Was ist ein Flucht- und Rettungswegplan?

Ein Flucht- und Rettungswegplan stellt wichtige Informationen für das Verhalten im Gefahrenfall übersichtlich dar.

Er zeigt unter anderem Flucht- und Rettungswege, Notausgänge sowie – abhängig von den örtlichen Gegebenheiten – Standorte bestimmter Einrichtungen zur Brandbekämpfung oder Alarmierung.

Flucht- und Rettungswegpläne müssen entsprechend der jeweiligen Anforderungen erstellt und aktuell gehalten werden.

Was ist ein Feuerwehrplan?

Feuerwehrpläne dienen den Einsatzkräften zur schnellen Orientierung in und an einem Gebäude.

Sie können beispielsweise Informationen zu Gebäudezugängen, Grundstück, besonderen Gefahrenstellen, Löschmöglichkeiten und weiteren für den Feuerwehreinsatz relevanten Gegebenheiten enthalten.

Ob ein Feuerwehrplan erforderlich ist, hängt vom jeweiligen Gebäude und den geltenden Anforderungen ab.

SiGeKo

Was bedeutet SiGeKo?

SiGeKo steht für Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordination.

Auf Baustellen arbeiten häufig Beschäftigte verschiedener Unternehmen gleichzeitig oder nacheinander. Dadurch können zusätzliche Gefährdungen entstehen.

Die Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordination dient dazu, entsprechende Maßnahmen bereits während der Planung und später während der Ausführung zu koordinieren.

→ Weitere Informationen zur SiGeKo

Wann wird ein SiGeKo benötigt?

Die Anforderungen an die Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordination ergeben sich aus der Baustellenverordnung. Sind auf einer Baustelle Beschäftigte mehrerer Arbeitgeber tätig, muss der Bauherr – abhängig von Art und Umfang des Bauvorhabens – die dort vorgeschriebenen Maßnahmen zum Sicherheits- und Gesundheitsschutz berücksichtigen. Dazu kann auch die Bestellung eines geeigneten Koordinators gehören.

Welche konkreten Maßnahmen erforderlich sind, hängt von den Rahmenbedingungen des jeweiligen Bauvorhabens ab.

Welche Aufgaben hat ein SiGeKo?

Die Aufgaben können sowohl die Planungsphase als auch die Ausführungsphase eines Bauprojektes betreffen.

Dazu können beispielsweise gehören:

  • Koordination von Maßnahmen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz
  • Berücksichtigung sicherheitsrelevanter Aspekte während der Planung
  • Abstimmung zwischen beteiligten Unternehmen
  • Erstellung bzw. Fortschreibung eines Sicherheits- und Gesundheitsschutzplans, sofern erforderlich
  • Koordination während der Bauausführung
  • Dokumentation relevanter Informationen

Die konkreten Aufgaben richten sich nach dem jeweiligen Projekt und den gesetzlichen Anforderungen.

Was ist ein SiGe-Plan?

Der Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan – kurz SiGe-Plan – beschreibt Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz auf einer Baustelle.

Er berücksichtigt insbesondere Arbeiten und Abläufe, bei denen sich verschiedene Gewerke gegenseitig beeinflussen oder besondere Gefährdungen entstehen können.

Der SiGe-Plan wird projektbezogen erstellt und bei Bedarf im Verlauf des Bauvorhabens angepasst.

Ist SiGeKo auch bei Industrieprojekten wichtig?

Ja. Gerade bei Industrieprojekten können besondere Anforderungen entstehen.

Umbau-, Montage- oder Demontagearbeiten finden teilweise statt, während andere Bereiche eines Unternehmens weiter betrieben werden. Dabei können Beschäftigte verschiedener Firmen, Produktionsabläufe, Maschinen, Verkehrswege und Baustellenbereiche aufeinandertreffen.

Eine entsprechende Koordination von Arbeitsabläufen und Sicherheitsmaßnahmen kann deshalb bei solchen Projekten besonders wichtig sein.

Innenräume und Außenbereiche

Gehört Innenarchitektur zur Gesamtplanung eines Gebäudes?

Innenräume sollten nicht ausschließlich unter gestalterischen Gesichtspunkten betrachtet werden.

Nutzung, Raumaufteilung, Materialien, Beleuchtung, Möblierung und technische Anforderungen beeinflussen sich gegenseitig. Eine abgestimmte Planung kann deshalb sinnvoll sein, um Funktion und Gestaltung miteinander zu verbinden.

→ Weitere Informationen zur Innenarchitektur

Warum sollten Außenbereiche frühzeitig mitgeplant werden?

Gebäude und Außenbereich stehen in einem direkten Zusammenhang.

Zugänge, Wege, Terrassen, Grünflächen, Höhenunterschiede, Grundstücksentwässerung und die spätere Nutzung des Außenbereichs können bereits Auswirkungen auf die Gebäudeplanung haben.

Eine frühzeitige Betrachtung der Außenbereiche hilft deshalb, Gebäude und Grundstück als Gesamtkonzept zu planen.

→ Weitere Informationen zur Gartengestaltung

Von der Idee zum fertigen Bauprojekt

Warum ist eine frühzeitige Planung wichtig?

Viele Entscheidungen eines Bauprojektes beeinflussen sich gegenseitig.

Änderungen, die während einer frühen Planungsphase vorgenommen werden, lassen sich häufig einfacher berücksichtigen als Änderungen während der bereits laufenden Bauausführung.

Eine strukturierte Planung schafft deshalb die Grundlage dafür, Anforderungen, Fachplanungen, Kosten und Abläufe möglichst frühzeitig aufeinander abzustimmen.

Welche Projekte betreut a. junker | büro für architektur – bautechnik?

Das Büro bearbeitet unterschiedliche Bau- und Planungsaufgaben im privaten, gewerblichen, industriellen und öffentlich-kommunalen Bereich.

Zum Projektspektrum gehören unter anderem:

  • Wohnungsbau
  • Gewerbebau
  • Industriebau
  • öffentlich-kommunale Projekte
  • Neubauten
  • Umbauten
  • Sanierungen
  • Innenraumplanung
  • Brandschutz
  • Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordination

Zahlreiche realisierte Projekte befinden sich in Hösbach, Aschaffenburg und der umliegenden Region sowie im Rhein-Main-Gebiet.

→ Ausgewählte Referenzprojekte ansehen

Sie planen ein Bauprojekt?

Jedes Bauvorhaben stellt unterschiedliche Anforderungen an Planung, Technik und Koordination.

a. junker | büro für architektur – bautechnik unterstützt private, gewerbliche und öffentliche Auftraggeber bei unterschiedlichen Planungs- und Bauaufgaben.

a. junker | büro für architektur – bautechnik
Schwalbenweg 4
63768 Hösbach

Telefon: 06024 635455
E-Mail: info@aj-plan.de